|
Angesichts der aktuellen Entwicklungen drängt sich die Frage auf ob Angler einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Immerhin stehen sie ja in einem viel stärkeren Maße in Kontakt zur freien Natur, als viele andere Menschen.
Wie groß ist die Gefahr, und wie kann man sich schützen? Um die wichtigsten Fragen zu klären haben wir mit Dr. med. vet. Joachim Nilz, dem Vorsitzenden des FWK - Fachausschusses Fischseuchen und –krankheiten, gesprochen.
Hier sind die wichtigsten Fragen und Fakten:
Was ist die Vogelgrippe?
Das Wort "Vogelgrippe" besser Geflügelpest (aviäre Influenza) bezeichnet eine Erkrankung durch Vogel-Influenzaviren. Das sind im aktuellen Fall aggressive Erreger, welche zu schweren Schäden bei den Geflügelbeständen führen, weil ein Großteil des empfänglichen Geflügels an der Krankheit verendet. Daher kommt auch der Begriff „Geflügelpest“.
Für den Menschen ist das Risiko einer Ansteckung durch das Vogelgrippevirus zur Zeit gering. In fast allen bekannten Fällen erfolgte die Übertragung durch direkten, intensivsten Kontakt mit erkranktem oder totem Geflügel, insbesondere mit dessen Kot oder Atemwegsausscheidungen.
Was ist zu tun wenn man tote oder kranke Wasservögel an einem Gewässer entdeckt?
Wenn man verendete oder erkrankte Vögel, besonders Wassergeflügel, findet, sollte der Fundort und feststellbare Anzahl der Tiere den zuständigen Veterinärbehörden oder der Polizei mitgeteilt werden.
Aus hygienischen Gründen sollte man kranke oder verendete Wildvögel nicht anfassen. Gleiches gilt übrigens für Vogelkot und andere Ausscheidungen. Darin können die Erreger einen gewissen Zeitraum überleben. Kommt es dennoch zu Kontakten sollte man die Hände gründlich waschen und desinfizieren. Verschmutzte Kleidungsstücke müssen in der Waschmaschine gereinigt werden. Verschmutzte Gummistiefel sollten in dafür vorgesehener Desinfektionslösung gesäubert werden.
Kann das Vogelgrippe-Virus über mit Vogelkot verschmutztes Wasser und Oberflächengewässer übertragen werden?
Ein Risiko ist nicht auszuschließen, da trotz hohem Verdünnungseffekt des Vogelgrippevirus in Flüssen, Seen und im Meer die Möglichkeit von Örtlichkeiten mit erhöhtem Infektionsdruck besteht. Dies gilt auch für andere Viruskrankheiten. Die bisher erhobenen Daten zeigen, dass offenbar für eine Infektion des Menschen die Aufnahme einer hohen Virusdosis erforderlich ist, die in diesen Gewässern im Normalfall bei weitem nicht erreicht wird.
Kann das Virus auch auf Fische übertragen werden?
Fische werden von Influenza-Viren, zu denen auch das Vogelgrippe-Virus gehört, nicht befallen. Zum Verzehr vorgesehene Fische sollten nicht am Boden oder im Gras abgelegt werden um einer Kontamination vorzubeugen
Wie andere Viren auch ist das Vogelgrippe-Virus nicht hitzebeständig und stirbt daher bei der Zubereitung des Fischs durch das Erhitzen bei 70 °C ab.
Über Fische als Lebensmittel ist daher eine Übertragung so gut wie ausgeschlossen.
An Gewässern mit lebenden Wasservögeln kann deshalb unbesorgt geangelt werden und gefangene Fische können weiterhin gegessen werden.
Weitere Informationen zum Thema "Geflügelpest / Vogelgrippe" finden sie unter:
http://www.lsfv-sh.de/news.php?newsid=183
[ Artikel drucken ]
|