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23.03.2010
"Das Schweigen hat ein Ende"
Das war der Tenor der größten Demonstration in Deutschland gegen die vom Kormoran verursachten schweren Schäden bei anderen Arten sowie in den Teichen, Seen und Flüssen der Berufsfischerei. Diese vom LFV Baden-Württemberg in Ulm bestens vorbereitete und organisierte Veranstaltung fand parallel zum Treffen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) mit dem Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) statt, die nur wenige Meter neben dem Platz vor dem Ulmer Münster eine Fachtagung zum "Vogel des Jahres", dem Kormoran durchführten.
Während dieser Veranstaltung hatten Herr Dr. Sebastian Hanfland vom LFV Bayern und Herr Reinhart Sosat vom LFV Baden-Württemberg die Möglichkeit, die unhaltbaren Behauptungen des NABU und des LBV zum angeblich erforderlichen Schutzstatus sehr deutlich zu widerlegen. Die Präsidenten des VDSF und des DAV, Peter Mohnert und Günter Markstein sowie die Repräsentanten des DFV und viele fischereiliche Interessenvertreter konnten ihre Forderungen für ein dringend erforderliches Kormoranmanagement gegenüber dem NABU deutlich zum Ausdruck bringen.
Ab 15.00 Uhr versammelten sich dann mit einer Unzahl von Transparenten und Spruchbändern mehr als 6.000 Angler, Fischer und Teichwirte aus allen Teilen Deutschlands sowie aus der Schweiz, aus Österreich und aus Frankreich auf dem Platz vor dem Ulmer Münster.
Lautstark, aber mit einer bewundernswerten Disziplin, brachten die Angler und Berufsfischer aus sämtlichen Bundesländern, mit mehr als 200 Autobussen angereist, bereits vor Beginn der Demonstration auf dem Münsterplatz ihre Forderungen nach einem biologisch angemessenen Kormoranbestand zum Ausdruck. Sehr deutlich wurden auf Transparenten, Spruchbändern und übergroßen Fotos die schweren, durch den ausgeuferten Kormoranbestand verursachten Schäden, auch den Einwohnern und den vielen Touristen dargestellt.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vizepräsidenten des LFV Baden-Württemberg, Herrn Georg Riegger, umriss der Präsident des VDSF und der European Angler Alliance, Peter Mohnert, die wichtigsten Forderungen der Angler und Fischer und überbrachte auch die Grüße des Präsidenten des DFV, Herrn Holger Ortel, der leider in Berlin unabkömmlich war. Er zeigte auch klar die Unwahrheiten in der Argumentation von NABU und LBV auf und ging auf die mehr als 20 Jahre dauernden Versuche ein, mit dem NABU zu einer vernünftigen Zusammenarbeit zu kommen. Die im NABU-Meeting immer wieder plakativ geforderte Zusammenarbeit wurde damit einmal mehr als eine unhaltbare, weil falsche Aussage, deutlich gemacht.
Der Präsident des DAV Günter Markstein setzte die Thematik nahtlos fort, dankte allen für die bisherige unermüdliche Arbeit zur Eindämmung der extremen Kormoranschäden, schilderte anschaulich die Realität an den Gewässern, forderte ein Ende des Zusehens der Politik und bat unter großem Beifall der Demonstranten, in diesem Kampf nicht nachzulassen.
Nach Grußworten der ausländischen Gäste schilderte der Präsident des VDBi (Verband Deutscher Binnenfischer), Herr Dr. Christian Proske, anschaulich die schweren Probleme in der deutschen Binnenfischerei und stellte die Alibivorschläge der Naturschützer als das heraus, was sie in Wirklichkeit sind: unrealistisch, teilweise technisch nicht durchführbar oder zu teuer und vollständig am Problem vorbeigehend und zudem in vielen Teilen unwahr. Wenn ein jahrtausendaltes Gewerbe durch die dramatischen Eingriffe in den Fischbestand der Beruffischer durch den Schadvogel Kormoran an den Rand des Ruins getrieben wird, dann haben Politik und Gesellschaft versagt und das muss man ändern.
Abschließend fasste der Vizepräsident des LFV Baden-Württemberg, Herr Georg Riegger, den Inhalt der Beiträge noch einmal zusammen, brachte hervorragende Ableitungen zu den Bedingungen im Lande Baden-Württemberg und schloss unter tosendem Beifall der Teilnehmer eine Protestversammlung, wie sie es in dieser Form und zu einer solchen Thematik in Deutschland noch nie gegeben hat.
Alle Redner erhielten für ihre klaren, offenen Worte, für die klar formulierten und begründeten Forderungen sowie die schonungslose Darstellung der Realität an unseren Gewässern immer und immer wieder tosenden Beifall.
Der klare Tenor der Demonstration: der Kormoran gehört wie jedes andere Lebewesen in die Natur, hat seine Daseinsberechtigung wie alle anderen Lebewesen auch, aber wenn eine Art beginnt eine andere Art auszurotten, dann muss eingegriffen werden.
Was auch bei den Naturschützern als völlig unproblematisch gilt, den Bestand an Schwarzwild, Reh, Fuchs und anderen Arten, die im Bestand ausgeufert sind, zu regulieren, das muss auch für die Tierwelt unter Wasser gelten: Tierschutz darf nicht an der Wasserlinie aufhören!
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