VDSF e.V. - Verband Deutscher Sportfischer

Protest gegen Versalzung von Werra und Weser

22.06.2007VDSF

Mit einer symbolischen Floßfahrt auf der Fulda am Zusammenfluß mit der Werra in Hannoversch-Münden leiteten die Teilnehmer der Initiative „Für eine lebendige Werra, Fulda und Weser“ am 19. Juni eine Aktionsserie ein, die sich gegen die Versalzung von Werra und Weser durch die Firma K+S (Kali und Salz) richtet.
Zu dieser Protestaktion aufgerufen hatte das „Büro am Fluß“ mit Sitz in Höxter mit einem gemeinsamen Forderungskatalog, die übermäßige Salzbelastung der beiden Flüsse zu stoppen. Unterstützt wird die Initiative von zahlreichen Gemeinden, Institutionen und Umweltverbänden, darunter der Verband Deutscher Sportfischer, Nabu, WWF, GRÜNE LIGA, Deutsche Umwelthilfe, Robin Wood, B.U.N.D., NaturFreunde, LFV Bremen, Thüringischer Landsangelfischereiverband, Verband Hessischer Fischer, LFV Weser-Ems, LSFV Niedersachsen sowie dem Deutschen Anglerverband.
Im Anschluß an die symbolische Floßfahrt fand ein Pressetermin im Rathaus von Hannoversch-Münden statt, bei dem die verschiedenen Interessenvertreter die Möglichkeit hatten, ihre Standpunkte vorzutragen und mit anwesenden Pressevertretern Einzelheiten zu besprechen.
Die gemeinsame Forderung „Für eine lebendige Werra, Fulda und Weser“ richtet sich vor allem an die beteiligten Landesregierungen, die Bundesregierung und die Firma Kali+Salz.
Im Zentrum stehen dabei u. a.:

  • die Herstellung des guten ökologischen Zustandes für die gesamte Werra und Weser im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie

  • die Sicherung der Arbeitsplätze durch eine zeitnahe umweltverträgliche Entsorgung

  • Erstellung eines von allen beteiligten Ländern abgestimmten Konzeptes zu einer dauerhaften und zukunftsfähigen Lösung der Salzproblematik ggf. durch Koordinierung des Bundes

Wie inzwischen bekannt geworden ist, verklappt K+S seit Pfingsten dieses Jahres täglich bis zu 200 Lkw-Ladungen Salzlauge aus dem Werk Neuhof bei Fulda in die Werra bei Philipsthal. Ausgenutzt wird dabei nach Werksangaben eine Genehmigung des RP Kassel aus 2003, wie es in einer Presseerklärung des Verbandes Hessischer Fischer heißt.
Um diese fortwährende und schon aus unseligen DDR-Zeiten bekannte Salzbelastung von Werra und Weser zu beenden, haben sich über 30 Vertreter von Umweltverbänden, Gemeinden und Institutionen am Weser-Stein „wo Werra sich und Fulda küssen“ und zur Weser werden, getroffen. Einige Gemeinden haben sich bereits zur gerichtlichen Auseinandersetzung mit K+S entschlossen.
Text u. Fotos: W. Düver





[ Artikel drucken ]




nach oben