VDSF e.V. - Verband Deutscher Sportfischer
Sorge um die Dorschbestände der Ostsee
VDSF und norddeutsche Landesverbände diskutierten mit Experten des Instituts für Ostseefischerei in Rostock

Aus Sorge um die Dorschbestände in der Ostsee hatten der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein und der VDSF zu einem Informationsgespräch in das Kieler Haus des Sports in der Winterbeker Weg eingeladen. VDSF-Präsident Peter Mohnert und LSFV-Präsident Ernst Labbow begrüßten Vertreter des LAV Mecklenburg-Vorpommern, des LFV Weser-Ems, des gastgebenden LSFV Schleswig-Holstein, einen Vertreter der Angelwoche sowie die zu Kurzvorträgen eingeladenen Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Fischerei vom Institut für Ostseefischerei, Rostock, Dipl. Biol. Martina Bleil und deren Kollege Dipl. Biol. Norbert Schultz.
Dipl. Biol. Schultz erläuterte die Forderung der EU, die Dorschfänge durch Angler in einer Pilotstudie, die im übrigen von allen Ostsee-Anrainerstaaten durchgeführt wird, zunächst zu erfassen und in einem zweiten Schritt, daraus die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Die Erfassung der Anglerfänge stelle aber ein arbeitstechnisch gewaltiges Problem dar, erläuterte Schultz, zumal er diese Erhebung ganz allein erarbeiten müsse. Die Untersuchung sei angelaufen, werde aber noch Jahre brauchen, so Schultz.
Es wurde anschließend über Möglichkeiten gesprochen, die Dorschbestände der Ostsee nachhaltig zu schützen. Dabei muss nach Darstellung von Dipl. Biol. Bleil davon ausgegangen werden, dass es zwei unterschiedliche Dorschbestände in der Ostsee gibt, einen westlichen (gedachte Linie etwa nördlich von Rügen) und einen östlichen. In seinem Bestand bedroht sei vor allem der zentral-östliche Dorschbestand. Es kommen kaum noch ältere als drei- bis vierjährige Dorsche vor, so Bleil. Die optimalen Laichdorsche seien aber die älteren Fische. Dies sei eine in der Literatur bereits nachlesbare biologisch gesicherte Tatsache.
Die Frage sei, ob Schonzeiten und/oder Schongebiete eingerichtet werden können. Solange es aber kein nach östlichen und westlichen Beständen getrenntes Dorschmanagement gebe, solange werde es auch keinen wirkungsvollen Schutz geben, meinte Schultz. Dies sei vor allem ein politisches Problem. Dennoch müsse man nach praktikablen Schutzmaßnahmen suchen.
So genannte "Hot Spots", gute Fangplätze, in Schonmaßnahmen einzubeziehen hielten alle Beteiligten für kaum durchführbar und deshalb eher unrealistisch.
Als diskutabel wurde angesehen, eine Laichschonzeit einzuführen, die das Fischen auf Dorsch in Tiefen unter 20 m regelt. Die Wissenschaftler führten aus, dass Dorsche nur in kaltem Wasser laichen und deshalb in der Laichzeit nur in Tiefen von 20 m und darunter anzutreffen seien. Von einer Schonzeit während der Laichzeit wäre das Brandungsangeln in diesem Fall nicht betroffen. Die Dorsche könnten ungestört ablaichen. Somit wäre ihre Fortpflanzung gesichert.
Die Teilnehmer dieser Veranstaltung sicherten zu, die dort diskutierten Überlegungen intern in den Landesverbänden und im Bundesverband weiter zu verfolgen.

V.i.S.d.P. Wolfgang Düver
- Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Abdruck honorarfrei. -Belegexemplar erbeten.

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